| Paulinzella und die Klosterruine |
| An dieser Stelle möchten wir denen, die Paulinzella nicht kennen, die Klosterruine und einiges von dem was damit Zusammenhang steht, etwas näher bringen. Die Anfänge Paulinzellas lagen in einer Einsiedelei, welche etwa 1102 von Paulina gegründet wurde und damals noch den Namen Marienzelle trug. Paulina war eine Adelige, vermutlich aus dem alten thüringisch - sächsischem Geschlecht von Kefernburg / Schwarzburg. Sie war eine sehr fromme Frau. Mehrere Reisen nach Rom brachten ihr endlich die Erlaubnis und den Segen vom Papst zur Gründung des Klosters. Die Fertigstellung mit zu erleben war ihr allerdings nicht mehr vergönnt. |
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| Warum Paulina ausgerechnet diesen Standort wählte, dazu wird folgendes überliefert: Paulina war auf dem Weg zum Jagdsitz eines Grafen an der Ilm. In den Wäldern um Rottenbach und Hengelbach verirrte sie sich. Im Rottenbachtal fanden sie und ihr Gefolge Unterschlupf in einer Hütte. Ihre Dienerschaft fürchtete sich vor dem Rauschen des Windes in den uralten Baumriesen und vor wilden Tieren. In der Nacht erschien Paulina die Gottesmutter und forderte sie auf , ihr in den Wald zu folgen. Sie eilte ihr nach und Maria wies in den Wald hinein und die Stämme der uralten Bäume verwandelten sich in herrliche steinerne Säulen. Eine wunderbare Kathedrale soll ihr erschienen sein und Chorgesang soll alles erfüllt haben. Dann wurden die Säulen wieder zu Bäumen sie war wieder allein. Nun stand für sie fest, dass im Rottenbachtal das Kloster gebaut werden soll. |
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| Aus dem Kloster zu Hirsau wollte Paulina den neuen Abt abholen und verstarb auf dieser Reise. Ihr Leichnam wurde in der Klosterkirche beigesetzt. Abt Gerung und auch sein späterer Nachfolger aus Hirsau Abt Udalrich waren die Leiter des Klosterbaus. Das Vorbild, die Klöster zu Hirsau und Cluny sind unschwer zu erkennen. |
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Nach dem Tode Paulinas 1107 kam der Klosterbau fast zum Erliegen.
Die Bauarbeiter und auch einige Mönche verließen teilweise das Kloster. 1122 wurden
die Bauarbeiten dann vorläufig beendet und Paulinas Gebeine erhielten einen Platz in der nun
fertigen Klosterkirche. 1124 war die feierliche Weihe und ein Jahr später wurden bereits wieder an der
Vergrößerung des Klosters gearbeitet. Gute und weniger gute Zeiten erlebten das Kloster und seine Bewohner im Laufe der Jahrhunderte. Wegen mangelnder Zucht stand es sogar kurz vor einer Schließung. |
| Im Bauernkrieg verlor das Kloster sämtliche Habe. Die Reformation wurde eingeführt und das Kloster unterlag alsbald weltlichem Recht. Alle Versuche scheiterten das Kloster wieder dem Benediktinerorden zuzusprechen. Somit war das Ende des Klosters besiegelt. Bereits 1564 begann man mit dem Abbau der Steinblöcke für einen Schlossbau in Gehren. Das Kloster begann damit zur Ruine zu verfallen. Im Laufe der folgenden Jahre holte sich die Natur das Klosterareal zurück und Friedrich Schiller schrieb ein Gedicht über das, was er in Paulinzella fand, welches unterhalb zu lesen ist. Ab Mitte des 19. Jhd. begann man behutsam und mit Takt werterhaltende Maßnahmen, um dieses Bauwerk uns und unserer Nachwelt noch so lang wie möglich zu erhalten. |
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Einsam stehn des öden Tempels Säulen, Efeu rankt am unverschlossnem Tor. Sang und Klang verstummt, des Uhus Heulen schallet nun im eingestürztem Chor. Weg sind Prunk und alle Herrlichkeiten, schon enteilt im langen Strom der Zeiten Bischofsring und Siegel, Ring und Stab in der Vorwelt ewig offnes Grab. Nichts ist bleibend, alles eilt von hinnen, Jammer und erhörter Liebe Glück; unser Streben, unser Hoffen, Sinnen, wichtig nur für einen Augenblick was im Lenz wir liebevoll umfassen, sehen wir im Herbste schon verblassen, und der Schöpfung altes Meisterstück sinkt veraltet in den Staub zurück. |
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| Friedrich Schillers Eintragung ins Gästebuch des Jagdschlosses Paulinzella 1788 |
| In unserer Galerie haben wir einige Bilder zur Verfügung, welche die Klosterruine auch in den verschiedenen Epochen darstellt. Hier möchte ich noch einmal darauf hinweisen, das zum Vervollständigen dieser Seite uns jedes Material, ob Bilder, Fotos, Texte und andere Dokumente, jederzeit willkommen sind. |
| Der Zinsboden |
| Der Zinsboden ist eines der ältesten Gebäude in Paulinzella. Das Erdgeschoss stammt noch immer aus dem 12. Jahrhundert und birgt ein riesiges Gewölbe in seinem Inneren. Das Fachwerkgeschoss und das Satteldach erhielt der Zinsboden im 16. Jahrhundert. Zur Zeit des Klosters soll der Zinsboden als Gästehaus und Hospital gedient haben. Leider ist das Gebäude zur Zeit für Besucher geschlossen. |
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| Das Jagdschloss |
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Vom Fürsten zu Schwarzburg / Rudolstadt wurde das
ehemalige Jagdschloss Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut. Vermutlich wurden auch hier
Steine des Klosters zum Bau abgetragen. Das Renaissancegebäude wurde bis 2004 grundhaft
saniert. Aktuelle Bilder von den Außenansichten des Gebäudes gibt es in der Galerie. |
| Mönchsbrunnen und Nonnenkreuz |
| Auf diesem Bild sieht man das Nonnenkreuz. Hier nun einiges zu seiner Bedeutung. Paulinzella war seinerzeit ein Doppelkloster für Nonnen und Mönche. Die Nonnen wirkten hauptsächlich als Krankenpflegerinnen und Seelsorgerinnen in der Umgebung. Eine junge Nonne, Roswitha, hatte den Auftrag in einem Nachbarort einer Frau als Hebamme beizustehen. Nach getaner Arbeit wollte sie sich getreu den Regeln des Ordens wieder auf den Heimweg machen. Im tiefverschneiten Wald verirrte sie sich als ein gewaltiger Schneesturm aufkam. Am nächsten Morgen fanden sie die Klosterknechte erfroren, aber lächelnd, mit ihrem Kreuz in den Händen. |
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| Die dankbaren Menschen setzten ihr an der Stelle, an der sie den Tod fand , dieses steinerne Kreuz. Man findet es heute etwa dreieinhalb Kilometer von Paulinzella entfernt in Richtung Gräfinau - Angstedt bzw. Richtung Singen. |
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Ein anderer steinerner Zeuge dieser Zeit ist der Mönchsbrunnen. Seinerzeit soll er von einem Mönch aus Gründen der Sühne oder der Buße errichtet worden sein. Heute ist der Mönchsbrunnen ein beliebtes Ziel für kurze Spaziergänge von Paulinzella ausgehend. Das Wasser, welches in der direkt daneben gelegenen Quelle gefasst ist, sucht seinesgleichen und wird von jedem Wanderer als willkommene Erfrischung angenommen. Außerdem laden hier zwei Bänke zum Verweilen ein und man kann die durchdringende Ruhe mitten im Wald, welche nur durch das Plätschern des Wassers und das Rauschen der hohen Bäume unterbrochen werden, auf sich wirken lassen. |
| Da diese Page noch in einem Stadium der Entwicklung ist, wird sich hier in Zukunft auch noch einiges verändern. Über Paulinzella gibt es noch unendlich viel Wissenswertes und Sehenswertes zu berichten. Ich hoffe darauf, dass zur Erweiterung und zum Ausbau dieser Seite den Autoren das dazu notwendige Material in Form von weiteren Themen zu Paulinzella zugänglich gemacht wird. Wir benötigen dazu jedwede Unterstützung. |